Eine Marke ist kein Logo – aber für einen Launch braucht man ein Logo. Und ein paar weitere Dinge, die die meisten Gründer erst entdecken, wenn ein Entwickler, eine Druckerei oder ein App Store danach fragt. Diese Checkliste trennt, was Sie ab Tag eins brauchen, von dem, was warten kann, bis Sie den Product-Market-Fit gefunden haben.
Marke vs. Markenidentität
Ihre Marke ist das, was Menschen über Ihr Unternehmen denken und fühlen. Sie lässt sich nicht direkt gestalten; sie entsteht aus dem Produkt, dem Service und jeder einzelnen Begegnung.
Ihre Markenidentität ist das Set sichtbarer und sprachlicher Werkzeuge, das diesen Eindruck einheitlich prägt: Name, Logo, Farben, Schrift, Bildsprache, Tonalität. Diesen Teil können Sie gestalten, und wenn Sie es früh gut machen, sparen Sie Geld – denn alles andere, von der Website über die Produktoberfläche bis zum Pitch Deck, baut darauf auf.
Vor jedem Design: drei Entscheidungen
- Positionierung in einem Satz. „Für [Zielgruppe], die [Bedürfnis], ist [Unternehmen] die/der [Kategorie], die/der [entscheidender Unterschied].“ Wenn Sie diesen Satz nicht schreiben können, kann ein Designer nur raten.
- Drei Persönlichkeitswörter. Ruhig, präzise, warm? Mutig, verspielt, laut? Sie lenken jede gestalterische Entscheidung und lassen sich leicht überprüfen.
- Der Name, abgesichert. Prüfen Sie Domain, Social-Media-Namen und – bevor Sie Geld in ein Logo stecken – Markenrechte in den Märkten, in denen Sie verkaufen werden.
Das Launch-Kit: was Sie ab Tag eins brauchen
Ein Logosystem, nicht nur ein Logo
- Hauptlogo (horizontale und/oder gestapelte Version)
- Bildzeichen oder Monogramm für kleine Flächen: Favicon, App-Icon, Social-Media-Avatar
- Einfarbige Versionen: Schwarz, Weiß und auf Ihrer Markenfarbe
- Regeln für Schutzzone und Mindestgröße
- Dateiformate: SVG fürs Web, PNG mit Transparenz und PDF oder EPS für den Druck
Das Bildzeichen ist wichtiger, als viele denken: Mit 32×32 Pixeln im Browser-Tab ist eine vollständige Wortmarke nicht lesbar.
Farbpalette
- Eine oder zwei Primärfarben
- Eine neutrale Abstufung (Hintergründe, Text, Rahmen)
- Funktionsfarben: Erfolg, Warnung, Fehler
- Werte in HEX/RGB für Bildschirme und CMYK (oder Pantone) für den Druck
- Kontrast geprüft: Textfarben, die auf den vorgesehenen Hintergründen WCAG AA erfüllen
Typografie
- Eine Schrift für Überschriften, eine für Fließtext – oder eine einzige Familie mit genug Schriftschnitten
- Lizenziert für Web, App und Druck. Viele Schriften, die „für den privaten Gebrauch kostenlos“ sind, sind es für die kommerzielle Nutzung nicht; Open-Source-Familien (Google Fonts und Ähnliche) ersparen Ihnen die Frage.
- Eine einfache Größenhierarchie für Überschriften, Fließtext und Kleingedrucktes
Bildsprache
Eine kurze Beschreibung und 6–10 Referenzbilder: Fotografie oder Illustration? Menschen oder Produkt? Hell und luftig oder dunkel und dramatisch? So bleiben Stockfotos, KI-generierte Bilder und Fotoshootings einheitlich.
Tonalität
Eine halbe Seite genügt: wie Sie Menschen ansprechen (Sie oder du), welche Wörter Sie verwenden und vermeiden, und drei Beispielsätze „so klingen wir“ und „so klingen wir nicht“.
Grundlegende Anwendungen
- Favicon und App-Icons in den benötigten Größen
- Avatar und Titelbilder für Social Media
- E-Mail-Signatur
- Ein einseitiger Markenleitfaden (PDF), der all das zusammenfasst
Was warten kann
- Ein 60-seitiges Brand Book. Schreiben Sie es, wenn die Marke eine Weile im Einsatz ist und Sie wissen, welche Fragen aufkommen.
- Eine eigene Schrift. Teuer und am Anfang selten nötig.
- Markenanimationen, Sound-Logo, Merchandise. Schön zu haben, nach dem Launch.
- Untermarken. Warten Sie, bis Sie mehr als ein Produkt haben, das eine braucht.
Einen Designer briefen
Ein gutes Marken-Briefing beantwortet:
- Was das Unternehmen tut, für wen und was es unterscheidet
- Die drei Persönlichkeitswörter
- Die Wettbewerber und wie Sie sich anders präsentieren wollen
- Wo die Marke zuerst erscheint (Website, App, Verpackung, Beschilderung)
- Was feststeht (Name, bestehende Farben) und was offen ist
- Die Leistungen (nehmen Sie das Launch-Kit oben als Liste)
- Budgetrahmen und Zeitplan
Rechnen Sie mit einem Ablauf in dieser Art: Recherche und Moodboard, zwei oder drei klar unterschiedliche Entwürfe, Ausarbeitung eines davon, dann die finalen Dateien und der Leitfaden. Zwei bis sechs Wochen sind für ein Launch-Kit üblich, je nach Feedbackrunden.
Häufige Fehler
- Das Logo im Gremium auswählen. Entscheiden Sie anhand der Positionierung und der Persönlichkeitswörter, nicht nach persönlichem Geschmack.
- Nur für den großen Bildschirm gestalten. Testen Sie jedes Logo in Favicon-Größe, einfarbig und auf dunklem Hintergrund, bevor Sie es freigeben.
- Zu viele Farben. Acht gleichrangige Farben sind keine Palette. Eine klare Primärfarbe hat mehr Wiedererkennungswert.
- Keine Quelldateien. Achten Sie darauf, dass Sie die bearbeitbaren Dateien und die Nutzungsrechte erhalten.
Von der Identität zum Produkt
Sobald die Identität steht, wird sie zur Grundlage für Website und Produkt: Farben und Schriften werden zu Design Tokens, die Tonalität zu den Texten der Benutzeroberfläche. Diesen nächsten Schritt behandelt ein Designsystem für kleine Teams.
Sie brauchen Marke und Website, die vom ersten Tag an zusammenpassen? Sprechen wir darüber.

